Geschichte Sardiniens

Die Geschichte ist geprägt von Fremdherrschaft und Ausbeute. Seit dem Ende der bronzezeitlichen Nuraghenkultur, der letzten sardischen Kultur, kam es immer wieder zu Eroberung und Unterdrückung, die das Denken und Fühlen der Sarden bis heute beeinflusst.

 

Sardinien wurde von den alten Griechen Ichnousa, Sohle genannt, da der Umriss einem Fußabdruck gleicht. Deutlich ist eine Sicht aus dem Flugzeug, man überblickt die ganze Insel, die sich tatsächlich wie ein Fußabdruck aus dem Meer erhebt. Eine poetische Legende will auch wissen dass es Gott der Herr gewesen ist, der sie am Anfang der Zeit in dieser Gestalt schuf. Als der Herr Sardinien formen wollte, da merkte er, dass er im Schaffenseifer fast alles geeignete Material verbraucht hatte. Nur ein Häuflein Granit war übriggeblieben, also Gott schüttete es ins Meer und stampfte es fest. Aber Gott trug Flammensandalen, und so hinterließ er auf ewig seine Spur und im Meer war die Urform von Ichnousa entstanden! Aber Gott wollte nicht, dass seine Schöpfung wie ein nackter Fels aus dem Meer rage, darum holte er aus allen anderen fertigen Kontinenten all das, woran es der steinernen Insel mangelte: Wälder von Sommer- und Steineichen, weite Flächen mit Zistrosen, Mastixbäume, Steinlinden, Meerkirschbäumen, Oleander, stille Flüsse und wilde Stürzbäche, sanfte Ebenen dichtbewachsenes und nahrhaftes Weideland für die Herden, blonde Dünen vor fischreichen Gewässern, Talsohlen mit Tamarisken und Palmen, windgeschützte Buchten für Seefahrer. Am Ende erkannte der Herr, dass die steinerne Ichnousa sich ein Spiegelbild seiner ganzen Schöpfung verwandelt hatte!

Einen weniger poetischen Überblick über die Geschichte der Insel Sardiniens sollen Ihnen folgende Daten geben. 

 

Um 6000 v. Chr.

Von der Westküste beginnt die erste Besiedlung der Insel.

 

Um 3000 v. Chr

Arzachena- und Ozieri-Kultur, es handelt sich um die früheste Zivilisation.

 

Ab 1800 v. Chr.

Beginn der Nuraghenkultur, die sich in 4 Perioden untergliedert, bis 500 vor Christus.

 

Um 900 v. Chr.

Beginn der Besiedlung durch die Phönizier, dann Krieg mit den Nuraghern und Beginn der Herrschaft durch die Punier.

 

238 v. Chr

Die Römer erobern die Insel.

 

Ab 300 n. Chr.

Das Christentum wird an den Küsten der Insel verbreitet.

 

440

Die Vandalen besetzen von Nordafrika aus die Insel und bleiben ca 80 Jahre, sie haben aber kaum Spuren hinterlassen.

 

534

Beginn der byzantinischen Herrschaft die Sardinien von den Vandalen befreit. Arabische Angriffe auf Sardinien nehmen zu.

 

Um 900

Die Sarden organisieren sich selbst gegen die Araberüberfälle. Es entsteht eine Einteilung der Insel in vier Rechtsbereiche (Cagliari, Arborea, Torres und Callura), die sogenannten Judikate. Diese werden jeweils von Richtern geführt.

 

1015

Die großen Seemächte Genu und Pisa senden eine Flotte gegen die Araber aus. Die Araber unterliegen mit schweren Verlusten. Genuesen und Pisaner beginnen Ihre Ansprüche auf Sardinien auszudehnen.

 

1297

Pabst Bonifatius VIII belehnt das spanische Haus Aragon mit der Insel, dadurch kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Judikaten.

 

Um 1400

Kurzfristige relative Unabhängigkeit Sardiniens. Die Carta de Logu, ein Zivil- und Strafgesetzbuch wird 1392 unter Eleonora von Arborea erlassen und bleibt bis 1827 bestehen.

 

1479

Kastilien und Aragon schließen sich zusammen. Sardinien wird Teil des spanischen Reichs

 

1562

Eine Pestepidemie in Algero, Sassari und Logudoro fordert tausende Todesopfer, im Jahre 1652 gibt es eine weiter Epidemie

 

1620

Die Gründung der Universität Cagliari wird durch eine Urkunde von Philipp II genehmigt.

 

1657

Zum ersten Mal findet das Fest des heiligen Efisius statt. Die Bürger Cagliaris glauben, das seine Fürbitten, die große Pestepidemie beendet hat. Zu Ehren des Schutzpatrons der Stadt findet jährlich am 1. Mai ein großer Umzug statt.

 

1714

Sardinien fällt durch den Frieden von Utrecht an Habsburg. (Österreich)

 

1720

Im Tausch mit Sizilien fällt Sardinien an das Haus Savoyen

 

1738

Ligurische Fischer besiedeln von Tabarka (tunesische Küste) aus, die Insel San Pietro und gründen ein Dorf, das sie zu Ehren des Königs Karl Emanuell III., Carloforte nennen.

 

1798

Napoleon vertreibt die Savoyer aus Turin. Sie gehen nach Cagliari ins Exil.

 

1835

Der Feudalismus auf Sardinien, soll durch die ersten Gesetze, die König Carlo Albert erläßt, abgeschafft werden. Viele Sarden verarmen und müssen emigrieren, da die Gemeinden große Ablösesummen für die Lehensherren aufbringen müssen.

 

1847

Die Sarden verzichten auf den Status eines autonomen Königreichs, dadurch ist der Kern des späteren italienischen Nationalstaats gelegt.

 

1861

Die Insel wird unter piemonischer Herrschaft Teil des italienischen Einheitsstaates. Vittorio Emanuelle II. erklärt sich zum König Italiens. Das Ende des Königreichs Sardinien ist gekommen, die Insel verarmt und wird von Feudalherrschaft und Steuerlast ausgebeutet.

 

1871-1880

Bau der Eisenbahnstrecke von Cagliari nach Sassari. Viele Wälder auf Sardinien werden dafür abgeholzt. Das Holz für die Bahnschwellen wird auch auf das Festland verschifft. Große Teile Sardiniens verwandeln sich dadurch in kürzer Zeit in eine Steppenlandschaften.

 

1915-1918

Während des 1. Weltkriegs wird eine wegen Ihres Heldenmutes bestehende Truppenabteilung, die "Brigata Sassari", die ausschließlich aus Sarden besteht, ausgezeichnet.

 

1921

Die Veteranen der "Brigata Sassari" fordern mehr Autonomie, und gründen die Sardische Aktionspartei (Partito Sardo d'Azione), die für die Unabhängigkeit Sardiniens und seine wirtschaftliche und soziale Wiedergeburt eintritt.

 

1926

Die Sardin Grazia Deledda aus Nuoro erhält als erste Frau aus Italien den Literaturnobelpreis.

 

1943

Die Deutschen besetzen die Insel und ziehen sich bald darauf nach Korsika zurück. Cagliari und andere Städte der Insel werden durch Luftangriffe der Allierten stark zerstört.

 

1948

Sardinien bekommt einen Sonderstatus und wird autonome Region innerhalb Italiens. Die Insel wird in die Provinzen Cagliari, Sassari und Nuro eingeteilt. Inselhaupststadt wird die Hafenstadt Cagliari.

 

1950

Die Krankheit Malaria wird endgültig auf Sardinien besiegt.

 

1962

Aufschwung und Niedergang der Industrie in Sardinien. In den 60er und 70er Jahren werden riesige Summen eines Wirtschaftsprogramm in Industrieprojekte investiert, die Gewinne aber wandern auf das Festland. Beginn der Entwicklung von Tourismus an der Costa Smeralda.

 

1974

Die vierte Provinz Oristano wird gegründet. Die Nachbarprovinzen Cagliari und Sassari müssen Land an die neue Provinz abgeben.

 

1977

Die Rechte und Zuständigkeiten der autonomen Region Sardiniens werden erweitert.

 

1989

Es wird ein Gesetz erlassen, das den touristischen Ausbau entlang der Küste eindämmen soll, es dürfen nun keine Privathäuser oder Feriensiedlungen auf dem 500 m. breiten Küstenstreifen gebaut werden.

 

1990

Das Stadion "Sant' Elia" in Cagliari ist einer der Austragungsorte der Fussball Weltmeisterschaft in Italien.

 

2004

Der Sarde Renato Soru, Gründer und Vorsitzende des großen europäischen Internetanbieters "TISCALI", wird am 13.06. zum Präsident der Region Sardinien gewählt. Die Firma ist nach dem gleichnamigen Berg in Sardinien benannt.

 

 

 

 

 

 

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